Anerkennung und Ermutigung: Gerd Bucerius-Förderpreise Freie Presse Osteuropas 2013 in Oslo vergeben

Kurzfassung: Anerkennung und Ermutigung: Gerd Bucerius-Förderpreise Freie Presse Osteuropas 2013 in Oslo vergebenHeute verleiht die ZEIT-Stiftung zusammen mit ihrer norwegischen Partnerstiftung Institusjonen Frit ...
[ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius (SbR) - 20.06.2013] Anerkennung und Ermutigung: Gerd Bucerius-Förderpreise Freie Presse Osteuropas 2013 in Oslo vergeben

Heute verleiht die ZEIT-Stiftung zusammen mit ihrer norwegischen Partnerstiftung Institusjonen Fritt Ord im Nobel-Institut in Oslo ihre osteuropäischen Journalistenpreise. Mit insgesamt 70.000 € werden folgende Medien und Journalisten ausgezeichnet: Elena Kostjuschenko und Alexander Golts, Moskau; die Wochenzeitung "Wetschernij Jakutsk", Jakutsk; Sergej Leschtschenko, Ukraine; Tahmina Tagizade, Gandscha, und Mehman Huseinov, Baku. Dass Mehman Huseinov nicht nach Oslo reisen konnte, ihm die Entgegennahme des Preises verwehrt wurde, bedeutet ein trauriges Beispiel für den Druck aserbaidschanischer Behörden auf einen unabhängigen Fotoreporter.
Bei der Preisverleihung sagte Michael Göring, Vorstandsvorsitzender der ZEIT-Stiftung: "Angesichts der bedrohlichen Lage der Pressefreiheit weltweit hat das Kuratorium der ZEIT-Stiftung vor kurzem entschieden, den Pressepreis weitere drei Jahre auszuschreiben, also bis 2016. Institusjonen Fritt Ord wissen wir dabei an unserer Seite. Dieses "three more years" erfüllt mich mit sehr gemischten Gefühlen - denn besser wär es, wir könnten den Preis beenden, weil die Repression nachgelassen, die Bedrohung der Pressefreiheit abklingen würde. Nicht allein der ökonomische Druck auf die Medien wächst, sondern auch Entwicklungen innerhalb der Medienbranche gefährden heute die Pressefreiheit. Zur digitalen Revolution kommen die zahlreichen politischen Umbrüche, die auch gesellschaftliche Bewährungsproben sind. Wo das Freie Wort nicht erwünscht ist, weil es gesellschaftliche Missstände thematisiert, weil es Korruption und Nepotismus offenlegt, weil Journalisten beharrlich recherchieren und ihre Sicht auf die Verhältnisse öffentlich machen, sind wir herausgefordert. Denn jeder Angriff auf die Medienfreiheit ist ein Angriff auf die Zivilgesellschaft."
Elena Kostjuschenko, Moskau
Elena Kostjuschenko ist Korrespondentin der "Novaja Gazeta" (http://en.novayagazeta.ru/) in Moskau. Die engagierte Journalistin schreibt über die politischen Protestmärsche oder Sex-Arbeiterinnen entlang der Autobahn, berichtet über eine Moskauer Obdachlosen-Kolonie oder ein verwahrlostes Krankenhaus. Ihre Recherchen über akute soziale und politische Fragen des russischen Alltags verlangen Talent, hartnäckiges Nachfassen und klare Worte. Kostjuschenko wurde mehrfach bedroht. Sie wurde festgenommen und war auch körperlichen Angriffen ausgesetzt. Ihr Mut und ihre Unerschrockenheit sind eindrucksvoll.
Elena Kostjuschenko wurde von Ilja Krieger, Redakteur des Verlages Corpus, Moskau, und der Norwegian Helsinki Comitee and Rights House Foundation, Oslo, nominiert.
Alexander Golts, Moskau
Alexander Golts ist Chefredakteur des Online-Portals "Eshednewnij jurnal" ("Tägliches Journal" http://www.ej.ru/). Als Rüstungs- und Militärexperte bewegt er sich auf sensiblem Terrain, denn wer an Armee- und Geheimdienststrukturen zweifelt, steht unter Verrats-Verdacht. Golts nüchtern-faktenreiche, weithin beachtete Artikel zu nationalen wie internationalen Fragen erscheinen auch auf Englisch in "The Moscow Times". Seine journalistische Arbeit ist analytisch klar, sie gewährleistet Transparenz, weil sie die Problemlagen in außen- und verteidigungspolitischen Fragen des Landes argumentativ benennt und die Leser klug informiert.
Alexander Golts wurde von Klaus Helge Donath vorgeschlagen, "taz"-Korrespondent in Moskau.
"Wetschernij Jakutsk", Jakutsk
"Wetschernij Jakutsk" (Abendliches Jakutsk http://www.vecherniy.com/) erscheint seit 1994 in der Region Jakutien im äußersten Norden Sibiriens. Die Regionalzeitung des Verlegers Viatcheslav Levin thematisiert nicht nur Korruption und Umweltzerstörung. Die Wochenzeitschrift bekämpfte die Aufstellung eines Stalin-Denkmals und prozessierte erfolgreich gegen die Stadtverwaltung wegen zu hoher Besteuerung der Bürger. Das Blatt zieht viele Gerichtsverfahren auf sich, seine Journalisten werden vom Geheimdienst bespitzelt. Als Regionalblatt leistete es also Aufklärung, widersetzt sich fragwürdiger Politik - und wacht über die Belange seiner Leser.
"Wetschernij Jakutsk" wurde vorgeschlagen von Moritz Gathmann, freier Journalist in Kaluga (Russland).
Sergej Leschtschenko, Ukraine
Sergej Leschtschenko schreibt über die Korruption in der Ukraine. Er ist ein unbeugsamer, insistierender Rechercheur. Wenn der ebenso mutige wie unermüdliche Journalist der Internet-Zeitung "Ukrainska Prawda" (http://www.pravda.com.ua/), von den Ergebnissen seiner Nachforschungen erzählt - wie sich die Familie des Staatspräsidenten bereichert, wie Staatseigentum zu lächerlichen Preisen an Freunde und Verwandte veräußert wird - wird deutlich: Leschtschenko leistet Sisyphusarbeit, um die Eigentumsverhältnisse von Regierungsverantwortlichen und die Machenschaften jener Clans aufzudecken, die sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichern. Er ist ein Aufklärer im besten Wortsinn.
Sergej Leschtschenko wurde von Heike Dörrenbächer, Leiterin der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, Berlin, vorgeschlagen.
Tahmina Tagizade, Gandscha
Tahmina Tagizade ist vor allem in der Provinzstadt Gandscha im Norden Aserbaidschans tätig. Tagizade schrieb zunächst für eine regionale Zeitung, arbeitete als Redakteurin für das Gandscha Medienzentrum und war Anchorwoman für das überregionale ANS TV. Die Journalistin arbeitet derzeit frei, sie betreibt einen youtube channel und ihren eigenen Blog tahminatagizade.wordpress.com. Ihr Thema sind die Menschenrechte. Tagizade ficht für Demokratie und Völkerverständigung. Die Regionalregierung übte Druck auf sie aus und bedrohte sie, zeitweilig wurde sie verhaftet. Das Engagement dieser Verteidigerin der Pressefreiheit ist eindrucksvoll - und ungebrochen.
Tahmina Tagizade wurde von der Deutschen Botschaft in Baku vorgeschlagen.
Mehman Huseinov, Baku
Mehman Huseinov ist Fotojournalist. Seine eindrucksvollen Bilder und Videos zeigen die aktuellen Zustände in Aserbaidschan. Seine Dokumentation über den Abriss von Wohnhäusern für den Palast des Eurovision Song Contest in Baku wurde weithin beachtet. Sie brachte ihn aber auch kurzzeitig hinter Gitter - wegen "Hooliganismus". Unter Auflagen freigelassen, erwartet ihn eine mehrjährige Haftstrafe. Huseinov veröffentlicht Videos auf youtube (http://www.youtube.com/user/HOSTEL19AZ), er arbeitet für das Institute for Reporters Freedom and Safety sowie für die Nachrichtenagentur TURAN. Sein Fotografieren ist hoch riskant, doch er kennt keine Angst: "Ich mache meine Arbeit: Ich schaue, was ist."
Mehman Huseinov wurde vorgeschlagen von dem Journalisten Zamin Haci, Baku.
Die Auszeichnung Gerd Bucerius-Förderpreise Freie Presse Osteuropas vergibt die ZEIT-Stiftung seit dem Jahr 2000, seit 2004 zusammen mit Institusjonen Fritt Ord. Die Auswahlentscheidung trifft eine unabhängige Jury. Ihr gehören an: Dr. Falk Bomsdorf, München; Prof. Dr. Jo Groebel, Berlin; Gro Holm, Oslo; Stefanie Schiffer, Berlin; Dr. Theo Sommer, Hamburg; Vibeke von Sperling, Oslo/Kopenhagen; Michael Thumann, Istanbul; Reinhard Veser, Frankfurt am Main.
Fotos der Preisträger stehen unter www.zeit-stiftung.de Presse/Download bereit.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die ZEIT-Stiftung, Frauke Hamann, Bereichsleiterin Kommunikation, Tel. 01736231953, E-Mail hamann@zeit-stiftung.de

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