Ländliche Räume bieten auch Menschen mit Behinderungen interessante Perspektiven

Kurzfassung: Ländliche Räume bieten auch Menschen mit Behinderungen interessante PerspektivenDer ländliche Raum hat großes Potenzial, neue Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu erschließen. Zu diese ...
[Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) - 05.09.2012] Ländliche Räume bieten auch Menschen mit Behinderungen interessante Perspektiven

Der ländliche Raum hat großes Potenzial, neue Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu erschließen. Zu diesem Ergebnis kommt ein vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördertes Modellvorhaben, das sich mit der Bedeutung von regionalen Netzwerken für die Integration von behinderten Menschen befasst und daraus einen Leitfaden entwickelt hat.
"Besonders Menschen mit Behinderung arbeiten oft gerne in der Natur und mit Tieren - während viele Landwirte und Gartenbaubetriebe Personal suchen. Genau hier setzt das Projekt an, damit alle Beteiligten leichter zueinander finden und voneinander profitieren können" sagte Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, bei einem Besuch im Antoniusheim in Fulda.
An drei Modellstandorten in Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen wurde unter der fachlichen Betreuung der Forschungsanstalt für biologischen Landbau (FiBL) erforscht, wie ländliche Dienstleister, landwirtschaftliche Betriebe und Werkstätten für behinderte Menschen zusammengebracht und so neue Arbeitsmöglichkeiten auch außerhalb des geschützten Bereichs erkannt und erschlossen werden können. Ein solches Arbeitsumfeld ermöglicht die Begegnung mit anderen Menschen, gibt Selbstvertrauen und garantiert ein persönliches Einkommen.
In den Modellvorhaben profitierten aber auch die ländlichen Räume, die durch die verwirklichten Projekte gestärkt und belebt wurden und eine höhere regionale Wertschöpfung erzielten. "Das Projekt zeigt deutlich, dass sich auch für ländliche Räume, die bei der sozialen Integration behinderter Menschen Verantwortung übernehmen, neue Impulse für die Entwicklung ergeben", sagte Bleser. Dafür braucht es jedoch regionale Netzwerke, die eine Verbindung zwischen der Zielgruppe und den Arbeitgebern herstellen und die Qualifikation, die Schaffung von Kooperationen, die Betreuung von Behinderten und Arbeitgebern und die Entwicklung neuer Geschäftsideen organisieren und durchführen. Der nun vorgestellte Leitfaden liefert dazu wertvolle Anregungen.
"Die soziale Integration behinderter Menschen ist in ländlichen Räumen keine Utopie, sondern eine reale Chance für die Menschen und die Region. Deswegen wurde das Modellvorhaben auch als Maßnahme in den Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention aufgenommen. Das ist ein echter Erfolg", sagte Bleser in Fulda.

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