[Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) - 28.09.2012] "Initiative gegen Lebensmittelverschwendung zeigt Wirkung"
Erste Zwischenbilanz von "Zu gut für die Tonne" und Aufruf zum Erntedankfest
Am Rande der Landwirtschaftsministerkonferenz von Bund und Ländern in Schöntal (Baden-Württemberg) hat Bundesministerin Ilse Aigner eine erste positive Zwischenbilanz der im Frühjahr 2012 gestarteten deutschlandweiten Initiative gegen Lebensmittelverschwendung gezogen.
"Die Kampagne Zu gut für die Tonne ist ein großer Erfolg. Wir haben mit unserer Initiative einen Nerv getroffen. Die Resonanz ist überwältigend und hat in ganz Deutschland zahlreiche Aktivitäten ausgelöst. Ich freue mich über die vielen positiven Rückmeldungen von Unternehmen und Institutionen sowie all den Bürgerinnen und Bürgern, die sich an der Aktion beteiligen. Bei uns sind viele gute Ideen zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen angekommen, die wir jetzt Schritt für Schritt umsetzen", sagte Aigner am Freitag in Schöntal. Krankenhäuser, Schulen und Unternehmen hätten sich das Motto "Zu gut für die Tonne" zu eigen gemacht und neue Wege bei der Resteverwertung eingeschlagen. Bundesverbraucherministerin Aigner unterstützt das Ziel, die Menge der verwertbaren Lebensmittelabfälle in der EU bis zum Jahr 2020 zu halbieren.
Ziel der im Frühjahr gestarteten Kampagne Zu gut für die Tonne sei es, ein gesellschaftliches Bündnis vom Erzeuger bis hin zum Verbraucher zu schmieden, um effektiv gegen unnötige Lebensmittelabfälle vorzugehen: "Es zeigt sich bereits jetzt, dass unser Konzept aufgeht. Die Initiative wird von Wirtschaft, Verbänden, öffentlichen Einrichtungen, Wissenschaft und Verbrauchern gemeinsam getragen. Beim Umgang mit Lebensmitteln hat in Deutschland ein Umdenken eingesetzt, das dringend nötig ist. Die weltweite Versorgung mit grundlegenden Gütern wie Nahrung, Wasser und Energie ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit - und nur zu lösen, wenn wir unsere knappen Ressourcen besser schützen.2
"Die Verschwendung von Nahrungsmitteln können wir uns auch aus ethischer Verantwortung nicht leisten", sagte Aigner. Mit Blick auf das anstehende Erntedankfest erinnerte die Bundesverbraucherministerin an den Wert von Nahrungsmitteln und die Wertschöpfung der Land- und Ernährungswirtschaft: "Erntedank ist eine gute Gelegenheit, innezuhalten und sich den Reichtum unserer Lebensmittelversorgung vor Augen zu führen. Hinter jedem Lebensmittel steckt vom Acker bis zum Teller nicht nur harte Arbeit, sondern auch Zeit, Knowhow und wertvolle Energie. Das macht jedes einzelne Produkt so wertvoll. Lebensmittel und unsere Lebensgrundlagen verdienen einen sorgfältigen Umgang und mehr Achtung: Das beginnt im Stall und auf dem Acker, bei der Verarbeitung, beim überlegten Einkauf, der richtigen Lagerung bis hin zur gründlichen Verwendung und einem bewussten Genuss."
Hintergrundinformationen zur BMELV-Initiative Zu gut für die Tonne
Elf Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgen Industrie, Handel, Großverbraucher und Privathaushalte in Deutschland jedes Jahr als Abfall. Das ist das Ergebnis einer Studie zu Lebensmittelabfällen in Deutschland im Auftrag des Bundesverbraucherministerium (BMELV). Im Schnitt wirft jeder Bundesbürger im Jahr rund 82,6 Kilogramm Lebensmittel weg. Der Wert dieser vermeidbaren Lebensmittelabfälle wird pro Kopf auf jährlich 235 Euro geschätzt. Unter dem Titel "Zu gut für die Tonne" setzt sich das BMELV mit einer Informationskampagne gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln ein. Das Ziel der Kampagne: Viele Einzelinitiativen gegen Lebensmittelverschwendung werden zu einem gesamtgesellschaftlichen Bündnis. Zahlreiche Akteure haben sich bereits angeschlossen, aus Industrie, Handel, Gastronomie und Landwirtschaft, aber auch Verbraucherverbände, Vertreter von Kirchen und NGOs.
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Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)

Mit Organisationserlass des Bundeskanzlers vom 22. Januar 2001 wurde das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BML) zu einem Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) umgebildet. Dem neuen Ministerium wurden aus dem Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit die Zuständigkeiten für den Verbraucherschutz sowie aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die Zuständigkeit für die Verbraucherpolitik übertragen.Darüber hinaus erfolgte die Verlagerung des Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärwesen (BgVV) in den Geschäftsbereich des BMVEL. Mit der Umorganisation erhält der vorsorgende Verbraucherschutz in Deutschland einen neuen Stellenwert. Dies soll unter anderem auch durch eine neue Landwirtschaftspolitik zum Ausdruck kommen, die den Erwartungen und Bedürfnissen der Verbraucher Rechnung trägt, ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Landwirtschaft und Verbrauchern fördert, den Tierschutz weiterentwickelt und den Grundsatz der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft verankert.Da ein großer Teil der Politikbereiche des Ministeriums gemeinschaftsrechtlichen Regelungen unterliegt, besteht die wichtigste Aufgabe des Ministeriums darin, die vielschichtigen Interessen innerhalb Deutschlands zu kanalisieren und als deutsche Interessenlage in den Meinungsbildungs- und Rechtssetzungsprozess der Europäischen Union einzubringen. Darüber hinaus trägt das Ministerium dafür Sorge, dass Gemeinschaftsrecht in Deutschland ordnungsgemäß angewandt werden kann.Zum Geschäftsbereich des Ministeriums zählen - neben dem neu hinzugekommenen BgVV - unter anderem das Bundessortenamt, zehn Bundesforschungsanstalten sowie die Zentralstelle für Agrardokumentation und -information. Darüber hinaus hat das Ministerium die Aufsicht über vier Anstalten des öffentlichen Rechts, darunter die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.