08.05.2013 15:33 Uhr in Kultur & Kunst von Hessischer Rundfunk (HR)

Wiesbadener Schüler gewinnen hr-Filmwettbewerb "Meine Ausbildung

Kurzfassung: Wiesbadener Schüler gewinnen hr-Filmwettbewerb "Meine Ausbildung"Weitere Schulen aus Dieburg, Neu-Anspach, Oberursel und Darmstadt ausgezeichnetSchüler der Theodor-Fliedner-Schule in Wiesbaden haben ...
[Hessischer Rundfunk (HR) - 08.05.2013] Wiesbadener Schüler gewinnen hr-Filmwettbewerb "Meine Ausbildung"

Weitere Schulen aus Dieburg, Neu-Anspach, Oberursel und Darmstadt ausgezeichnet
Schüler der Theodor-Fliedner-Schule in Wiesbaden haben am heutigen Mittwoch den 1. Preis im hr-Filmwettbewerb "Meine Ausbildung - Schüler führen selbst Regie" gewonnen. Die Jury hat dem Film "Deutschland sucht den Superberuf" den Siegerplatz zuerkannt, weil es den Filmemachern mit ihrer frischen Unbefangenheit gelinge, das "allseits beliebte Fernsehformat menschlich-wärmer als seine großen Vorbilder" auszufüllen. Außerdem lobte die Jury den Realismus des Films sowie die technisch perfekte Umsetzung der Produktion. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert.
Platz 2 (2.500 Euro) belegen Schüler der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg mit dem Film "Noten und Visionen". Laut Jury illustriere der liebevoll in Szene gesetzte Film "auf einem technisch sehr hohen Niveau das, was bei der Sorge um einen guten Schulabschluss oft genug auf der Strecke bleibt: die Erkenntnis, dass Noten nicht alles sind."
Den 3. Rang (2.000 Euro) erreichte mit "So nicht, das Lets play" ein Film von Schülern der Adolf-Reichwein-Schule in Neu-Anspach. Die Jury goutierte das "innovative Format, das der Alltagswelt der Jugendlichen entnommen ist" und lobt neben der überzeugenden Idee auch Kamera, Schnitt und Ton.
Auf dem 4. Platz landeten Schüler der Feldbergschule aus Oberursel mit ihrem - laut Jury äußerst eindrucksvoll in Szene gesetzten - Film "Bleib dran", den 5. Preis gewann der Film "Teufelswerk" von Jugendlichen des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft e.V. in Darmstadt, denen die Jury enormes Engagement und großen Teamgeist attestiert. Beide Filme werden mit je 1.000 Euro prämiert.
Insgesamt wurden Preise im Gesamtwert von 11.500 Euro verliehen. Alle fünf ausgezeichneten Filme sowie fünf weitere für die Endrunde nominierte Arbeiten sind am 24., 25. und 26. Juni jeweils gegen 11 Uhr im hr-fernsehen zu sehen.
Die Preisträger im Überblick:
1. Preis
Theodor-Fliedner-Schule, Wiesbaden
Wettbewerbsbeitrag: "Deutschland sucht den Superberuf"
Preisgeld: 5.000 Euro, gestiftet vom Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen
2. Preis
Landrat-Gruber-Schule, Dieburg
Wettbewerbsbeitrag: "Noten und Visionen"
Preisgeld: 2.500 Euro, gestiftet vom Hessischen Kultusministerium und vom Medienzentrum Frankfurt
3. Preis
Adolf-Reichwein-Schule, Neu-Anspach
Wettbewerbsbeitrag: "So nicht, das Lets play"
Preisgeld: 2.000 Euro, gestiftet von der Fraport AG
4. Preis
Feldbergschule, Oberursel
Wettbewerbsbeitrag: "Bleib dran"
Preisgeld: 1.000 Euro, gestiftet von der DGB-Jugend Hessen-Thüringen
5. Preis
Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V., Darmstadt
Wettbewerbsbeitrag: "Teufelswerk"
Preisgeld: 1.000 Euro, gestiftet von der Provadis GmbH und den Hessischen Medienzentren
Bereits zum fünften Mal hatte der hr mit dem Wettbewerb "Meine Ausbildung - Schüler führen selbst Regie" Schüler aufgerufen, die Ausbildungssituation in ihrer Region zu untersuchen und in einem Film zu dokumentieren. Über 70 Schulen aus ganz Hessen haben sich beworben, zehn Projekte waren von einer Jugendjury für das Finale ausgewählt worden. Die unabhängige Jury für die Endauswahl bestand aus Schauspielerin Nicola Gründel, Filmproduzentin Katrin Haase, Markus Pleimfeldner vom Arbeitskreis Radio und Schule, Medienpädagoge Christof Heun, Marvin Urban als Vertreter der Vorjury sowie Dr. Joachim Meißner, hr-Fernsehredakteur und Initiator des Wettbewerbs. Bereits zum zweiten Mal wurde die Fachjury in diesem Jahr von Kathrin Fricke alias Coldmirror verstärkt, die vom jungen hr-Radioprogramm YOU FM entdeckt wurde und mittlerweile eine eigene kultige Videoshow bei Einsfestival und www.you-fm.de hat.
Veranstaltet wird der Wettbewerb "Meine Ausbildung" vom Hessischen Rundfunk in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Kultusministerium, dem Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen, der Fraport AG, der DGB-Jugend Hessen-Thüringen, den Hessischen Medienzentren sowie Provadis (Partner für Bildung und Beratung GmbH). Gemeinsames Ziel ist es, mit dem Wettbewerb die Medienkompetenz der Schüler zu fördern und die Bedeutung der beruflichen Ausbildung stärker in den Fokus der Jugendlichen zu rücken.
Mehr Informationen zum Wettbewerb finden sich unter www.meine-ausbildung.hr-online.de. Unter dieser Adresse ist die Preisverleihung ab heute Nachmittag als Video on demand zu sehen.
Jurybegründungen
1. Preis
Theodor-Fliedner-Schule, Wiesbaden
Wettbewerbsbeitrag: "Deutschland sucht den Superberuf"
Der Superberuf wird gesucht. Wer denkt da nicht an Topmanager oder Topmodell? Doch die muntere Casting-Truppe der Theodor-Fliedner-Schule hat sich drei ganz normale Ausbildungsberufe vorgenommen: Fachkräfte in der Abfallwirtschaft, im Bäderbetrieb und in der Tierpflege. Und ganz wie ihre großen Vorbilder haben sie ihre Show samt Kulisse an den entsprechenden Locations inszeniert.
Die eigentlichen Helden der Show aber sind die Azubis. Anders als bei so mancher Einsendung sind es hier nicht die Berater und Ausbilder, die zu Wort kommen. Scheinbar gerade weggeholt von ihrem Arbeitsplatz, geben die Azubis selbst ein authentisches Bild von ihrem Beruf wieder, erzählen mutig und selbstbewusst, warum sie ihre Ausbildung lieben und gewählt haben. Das wirkt wirklichkeitsnah und motivierend zugleich.
Dieser Realismus in Darstellung und Information hat die Jury ebenso überzeugt wie die frische Unbefangenheit der Casting-Jury im Film, die das unter Jugendlichen allseits beliebte Fernsehformat menschlich-wärmer als seine großen Vorbilder ausgefüllt hat. Und so rundet ein medienkritischer Ansatz die technisch perfekte Umsetzung der Produktion souverän ab.
2. Preis
Landrat-Gruber-Schule, Dieburg
Wettbewerbsbeitrag: "Noten und Visionen"
Sechs historische Miniaturen, liebevoll in Szene gesetzt, illustrieren nach Ansicht der Jury auf einem technisch sehr hohen Niveau das, was bei der Sorge um einen guten Schulabschluss oft genug auf der Strecke bleibt: die Erkenntnis, dass Noten nicht alles sind.
Mit einer Prise Humor und Ironie fordern die Filmemacher der Landrat-Gruber-Schule zur Selbstreflexion auf: Woran hängt mein Herzblut? Wofür habe ich eine Begabung? Der Film "Noten und Visionen" betont die psychologische Seite der Berufswahl, ein Aspekt, dem im Schulalltag viel zu wenig Beachtung geschenkt wird.
Ein Fehler, denn häufig ist das Thema "Ausbildung" für Jugendliche ein Schreckbild, gleichbedeutend mit "So, das wars! Ab jetzt hocke ich im Büro - das Leben ist vorbei!" Eine nicht gerade die Motivation fördernde Perspektive.
Der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry hat einmal geschrieben: "Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommele nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, […] und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer." Was manche als esoterisches Gesäusel abtun, hat die Lernforschung durch Experimente längst bestätigt: Vor allem Träume und Visionen haben einen großen Einfluss auf Willenskraft und Motivation. Auch bei Schülern.
Darauf hinzuweisen ist ein wichtiges Verdienst der Filmemacher, das den 2. Preis verdient hat.
3. Preis
Adolf-Reichwein-Schule, Neu-Anspach
Wettbewerbsbeitrag: "So nicht, das Lets play"
Die Mutter ist listig. Ihr auf Computerspiele fixierter Sprössling interessiert sich für alles, was digitales Entertainment verspricht - nur leider nicht für seine Ausbildung. Also jubelt sie ihm ein Spiel unter, mit dem er sich auf ein Bewerbungsgespräch vorbereiten kann. Dummerweise nimmt er das Thema nicht sonderlich ernst. Seine Katastrophenantworten reichen denn auch von unhöflich bis sexistisch! Die Folge: Das virtuelle Spiel wird verloren, das reale Bewerbungsgespräch danach ebenfalls vergeigt.
Der Film macht deutlich: Nehmt eure berufliche Zukunft ernst - ein beliebig häufiger Neustart wie bei PC-Spielen gibt es im "First Life" bei der Ausbildungssuche nicht. Dabei dienen die falschen Antworten als Negativfolie, geben Hinweise, wie man es richtig macht mit Auftreten, Kleidung und Motivation beim Bewerbungsgespräch.
Die Jury hat goutiert, dass Appell und Tipps in einem vergleichsweise innovativen Format daher kommen, das der Alltagswelt der Jugendlichen entnommen ist. Verständlicher wäre es allerdings gewesen, wenn der Film sich noch deutlicher im Look eines Videogames präsentiert hätte. Ein "Game over" statt Texttafeln zum Beispiel hätte das Scheitern des Protagonisten optisch konsequenter visualisiert.
Trotz Luft nach oben: Die Jury überzeugten Idee, Kamera, Schnitt und Ton, den 3. Preis an das Team der Adolf-Reichwein-Schule aus Neu-Anspach zu vergeben.
4. Preis
Feldbergschule, Oberursel
Wettbewerbsbeitrag: "Bleib dran"
Es ist zu schön, um wahr zu sein, was hier filmisch-dramaturgisch äußerst eindrucksvoll in Szene gesetzt wurde: Ein junger Mann, gerade Opfer eines Verkehrsunfalls, sitzt nun lebenslang im Rollstuhl - und strahlt und strotzt vor Optimismus. Unter dem Aspekt "Glaubwürdigkeit" hatte die Jury an dieser Stelle einiges zu schlucken.
Doch es ist auch klar: Die Filmemacher der Feldbergschule aus Oberursel wollten mit "Bleib dran!" keine Tragödie inszenieren; ihre Botschaft lautet: Gib nicht auf! Nimm Hilfe an! Mach eine Ausbildung - egal ob du Migrant bist, die Rechtschreibung nicht beherrschst, mit körperlichen Einschränkungen oder sozialen Benachteiligungen leben musst.
Und so ist es der vermeintlich Schwächere, der seinen Freund aufbaut und zur Abfassung einer Bewerbung motiviert. Ganz nebenbei erfährt man noch, worauf es ankommt beim Versicherungskaufmann, oder was man bei einer Bewerbung beachten muss. Und dass Menschen mit Behinderung bei gleichen Fähigkeiten vom Betrieb eingestellt werden müssen.
Dass sie sich an solch außergewöhnliche Aspekte herangewagt und sie mit einer breiten Palette filmischer Mittel (Flashbacks, Gegenschnitte, Kamerafahrten, Nachvertonungen) stilsicher umgesetzt haben, zeichnet die Autoren des Films aus. Auch wenn der Ton nachsynchronisiert wurde - ein ausgezeichneter Film.
5. Preis
Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V., Darmstadt
Wettbewerbsbeitrag: "Teufelswerk"
Lehrling Hakan nerven die Berichtshefte und Lehrgänge - wozu das alles? Früher hat das auch keiner gebraucht! Stimmt! Aber das hatte seinen Preis. Eine wundersame Reise ins Mittelalter macht das klar - Schmied Albrecht weiß um die Anstrengungen: Statt Lohn gab es in der Lehrzeit nur freie Kost und Logis, die Gesellenprüfung musste selbst finanziert werden, und wer es zum Meister brachte, der hatte ein Essen für die ganze Zunft auszurichten.
Hakan begreift - wenn auch erst allmählich: So schwer ist es nicht, eine Ausbildung zu machen und sich mit Lehrgängen weiter zu qualifizieren. Die Botschaft kommt gefällig und vor allem unterhaltsam daher. Zu unterhaltsam mitunter, so dass die Inhalte in den Hintergrund treten und die Comedy Oberwasser bekommt. Die Präsentation zur überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung fällt aus dem Stil des Films sogar völlig heraus.
Und doch hat sich die Jury für die Vergabe eines Preises entschieden, weil sie die besondere Leistung der Projektgruppe des Bildungswerks hervorheben und würdigen möchte. Trotz sozialer und gesundheitlicher Nachteile hat die Crew ein enormes Engagement, großen Teamgeist und viel Durchhaltevermögen bewiesen! Stärken, die ihnen auch bei ihrer Suche nach beruflichen Perspektiven zugutekommen werden.

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