Zu viele Eingriffe bei Patienten?! Wege der Existenzsicherung deutscher Krankenhäuser

Kurzfassung: Zu viele Eingriffe bei Patienten?! Wege der Existenzsicherung deutscher KrankenhäuserDie Kosten in der der ambulanten und stationären Versorgung der Patienten sind zu minimieren - soweit die Vorgabe ...
[Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP) - 14.01.2013] Zu viele Eingriffe bei Patienten?! Wege der Existenzsicherung deutscher Krankenhäuser

Die Kosten in der der ambulanten und stationären Versorgung der Patienten sind zu minimieren - soweit die Vorgabe der Politik an die gesetzlichen Krankenkassen in den vergangenen zwei Jahrzehnten.
Die Leistungsvergütung nach Fallpauschalen (DRG) in den Krankenhäusern war die Folge.
Die Sach- und Personalkostenentwicklung der Krankenhäuser wurde dagegen in den letzten 10 Jahren nur unzureichend angepasst.
Das gefährdet die Existenz deutscher Kliniken.
DGVP-Präsident Wolfram-Arnim Candidus führt weiter aus: "Statistiken zeigen, dass durch die bestehende Fallpauschalen-Vergütung kleinere und mittlere Krankenhäuser geringer vergütet werden als große Kliniken. Das gefährdet die wohnortnahe Versorgung und zerschlägt Qualität."
"Hinzu kommt die seit Jahren reduzierte finanzielle Unterstützung der Kliniken durch die Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik. Investitionen müssen immer mehr aus den Einnahmen für die Leistungen am Patienten finanziert werden, dabei reichen diese sehr oft nicht einmal mehr zur Deckung der Gesamtkosten."
"Das Problem betrifft und gefährdet alle - private, kommunale sowie freigemeinnützige stationäre Einrichtungen. Schuld sind eine kontraproduktive Politik und die restriktive Vergütungsform der Krankenkassen", resümiert Candidus.
Auch im Gesundheitswesen ist die Forderung nach "mehr Markt" laut. Diese wird aber zumeist von Ökonomen und der Politik gestellt, ohne Sachkenntnis der Diagnose und Therapie. Folge dieser einseitigen Sicht ist eine Schieflage der Einnahmen und Ausgaben bei den Kliniken.
"Jetzt werden die Einrichtungen und die leistungsstarken Mitarbeiter an den Pranger gestellt. Dies ist unfair und unsachlich!", kritisiert der DGVP-Präsident.
Bedingt durch die politischen Vorgaben, die Vergütungen mittels Fallpauschalen und die unzureichende finanzielle Ausstattungen für Investitionen sind die Manager und Träger der stationären Einrichtungen gezwungen auf Masse zu setzen.
Deshalb wird dann überdurchschnittlich viel operiert, diagnostiziert, therapiert - das sichert die Existenz der Einrichtung.
Nach Überzeugung des DGVP-Vorstandes geht diese Entwicklung zu Lasten der Patienten und zu Lasten der Qualität in der Versorgung, Behandlung und Betreuung im deutschen Gesundheitssystem - und das alles bei steigenden Kosten. Die DGVP fordert die Anpassung der Vergütung an die erbrachten Leistungen der stationären Einrichtungen bei größtmöglicher Transparenz für die Versicherten und Patienten. Nur so kann die Existenz der Krankenhäuser in den kommenden Jahren gesichert werden. Und das im allgemeinen Interesse und zum allgemeinen Wohl.
Candidus appelliert an den mündigen Patienten und Versicherten: "Die Bürger müssen gegen die willkürlichen Einwirkungen der Politik und der Krankenkassen auf die Strukturen der stationären Einrichtungen aufbegehren, damit die Versorgung im Gesundheitswesen nicht komplett gefährdet wird."

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