Ein Leben für Kinder in Somalia

SOS-Kinderdörfer trauern um Dr. Abdullahi Hussein / Der Kinderarzt arbeitete lieber im gefährlichen Mogadischu als in England
Kurzfassung: (ddp direct) München/Mogadischu - Die SOS-Kinderdörfer weltweit trauern um Dr. Abdullahi Hussein. Er starb im Alter von 50 Jahren in Mogadischu an einem Schlaganfall. Ich bin erschüttert über Dr. Abdullahis Tod, sagte SOS-Präsident Helmut Kutin. Er arbeitete unermüdlich für die Kinder und Mütter in diesem zerstörten Land, ließ sich auch von den großen Gefahren nicht abhalten. Ganz SOS trauert.

Dr. Abdullahi war seit 2007 Leiter der SOS-Mutter-Kind-Klinik in Mogadischu in Somalia, ...
[SOS-Kinderdörfer weltweit - 18.04.2012] (ddp direct) München/Mogadischu - Die SOS-Kinderdörfer weltweit trauern um Dr. Abdullahi Hussein. Er starb im Alter von 50 Jahren in Mogadischu an einem Schlaganfall. Ich bin erschüttert über Dr. Abdullahis Tod, sagte SOS-Präsident Helmut Kutin. Er arbeitete unermüdlich für die Kinder und Mütter in diesem zerstörten Land, ließ sich auch von den großen Gefahren nicht abhalten. Ganz SOS trauert.

Dr. Abdullahi war seit 2007 Leiter der SOS-Mutter-Kind-Klinik in Mogadischu in Somalia, eine Umgebung, aus der man normalerweise flüchtet. Doch der ausgebildete Kinderarzt zog ein Leben in ständiger Gefahr der Sicherheit Englands vor.

Nach dem Medizin-Studium in Somalia absolvierte Dr. Abdullahi in Italien ein Aufbaustudium in Pädiatrie und zog gemeinsam mit seiner Familie nach England. Doch das Leiden seines Volkes in Somalia ließ ihn nicht los. Ich kann nicht hier in England sitzen, während meine Landsleute in Somalia sterben, sagte er. So schloss er 2005 seine Praxis, ließ vorsichtshalber Frau und Kinder im sicheren England zurück und ging nach Somalia.

Hier arbeitete er unermüdlich und unter den schwierigsten Umständen. Als Chefarzt der SOS-Mutter-Kind-Klinik mussten er und seine Mitarbeiter mehrmals fluchtartig die Klinik evakuieren, wenn sie ins Kreuzfeuer zwischen Übergangsregierung und Rebellen gerieten. Doch trotz allem wollten Dr. Abdullahi und seine Kollegen nie ausgeflogen werden. Wir müssen uns doch um die Menschen hier kümmern, war stets ihre Antwort. Wer behandelt die Kinder und Mütter, wenn wir weg sind? Die SOS-Klinik ist das einzige Krankenhaus in Somalia, das Menschen umsonst behandelt.

Im Oktober 2011 geriet das Krankenhaus direkt in die Schusslinie von Regierungssoldaten und Rebellen. Ein Mitarbeiter starb. Die Klinik musste erneut evakuiert werden, wurde anschließend durch massiven Beschuss beschädigt. Doch Dr. Abdullahi und sein Team verlegten die Behandlungsräume kurzerhand in ein neu angemietetes Wohnhaus und eröffneten zudem eine Feldklinik, um so die medizinische Versorgung der Bevölkerung zumindest rudimentär aufrechtzuerhalten.

Dr. Abdullahi starb kurz vor einem lange geplanten Besuch seiner Familie in England. Er wurde noch ins AMISOM-Krankenhaus gebracht, das Krankenhaus der UN in Mogadischu, von dort wollte man ihn ausfliegen. Doch es war zu spät. Wir verlieren mit Dr. Abdullahi einen SOS-Mitarbeiter, der die Menschen und sein Land liebte, sagte SOS-Präsident Kutin in München. Sein Tod reißt eine große Lücke. Er wird uns sehr, sehr fehlen.

Mehr zu Dr. Abdullahi und seiner Arbeit in Mogadischu im Blog der SOS-Kinderdörfer:
http://blogs.sos-kinderdoerfer.de/handinhandmitafrika

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SOS-Kinderdörfer weltweit Die SOS-Kinderdörfer weltweit sind eine unabhängige soziale Organisation, die 1949 von Hermann Gmeiner ins Leben gerufen wurde. Seine Idee: Jedes verlassene, Not leidende Kind sollte wieder eine Mutter, Geschwister, ein Haus und ein Dorf haben, in dem es wie andere Kinder in Geborgenheit heranwachsen kann. Aus diesen vier Prinzipien ist eine weltweite Organisation entstanden, die sich hauptsächlich über private Spenden finanziert. Heute ist die Organisation mit 518 Kinderdörfern und mehr als 1.600 SOS-Zusatzeinrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Ausbildungs- und Sozialzentren, Krankenstationen, Nothilfeprojekte und der SOS-Familienhilfe in 133 Ländern aktiv. Weltweit kommt die Hilfe der SOS-Kinderdörfer rund 2,3 Millionen Kindern und deren Angehörigen zugute.
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