13.05.2015 15:10 Uhr in Gesellschaft & Familie von Amnesty International

Amnesty verleiht 'Ambassador of Conscience Award' an Joan Baez und Ai Weiwei am 21. Mai in Berlin

Kurzfassung: Amnesty verleiht "Ambassador of Conscience Award" an Joan Baez und Ai Weiwei am 21. Mai in Berlin Auf der Bühne im Haus der Berliner Festspiele: Joan Baez, Patti Smith, Chris Dercon, Clueso Alan Ber ...
[Amnesty International - 13.05.2015] Amnesty verleiht "Ambassador of Conscience Award" an Joan Baez und Ai Weiwei am 21. Mai in Berlin

Auf der Bühne im Haus der Berliner Festspiele: Joan Baez, Patti Smith, Chris Dercon, Clueso
Alan Bern, Glen Hansard, Jo Harman u.a.
Die US-amerikanische Folkmusikerin Joan Baez und der chinesische Künstler Ai Weiwei werden mit dem "Ambassador of Conscience Award" 2015 ausgezeichnet. Der Award wird am Abend des 21. Mai feierlich im Haus der Berliner Festspiele übergeben. Mit dem Preis würdigt Amnesty Aktivisten und Künstler, die sich durch ein herausragendes, langjähriges Engagement für die Menschenrechte auszeichnen. Die Sängerin Patti Smith und Chris Dercon, Direktor der Tate Gallery of Modern Art in London, sprechen als Laudatoren.
Der irische Musiker und Oscar-Gewinner Glen Hansard (The Frames, The Swell Season), die britische Blues-Sängerin Jo Harman, die venezolanische Pianistin Gabriela Montero und die beiden Musiker Clueso
Alan Bern werden den Abend musikalisch unterstützen. Darüber hinaus wird die irische Schauspielerin Lisa Dwan Samuel Becketts Stück "Not I" darbieten.
"Der ‚Ambassador of Conscience Award ist eine Ehrung für einzigartige Menschen, die durch ihr Leben und ihr Engagement zu einer Inspiration für andere werden", sagt Selmin Çaliskan, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland. "Joan Baez und Ai Weiwei sind leuchtende Vorbilder, wenn es darum geht, Machthabern zu trotzen und sich für Veränderungen einzusetzen."
Joan Baez hat den Großteil ihres Lebens dem gewaltlosen Einsatz für Bürger- und Menschenrechte gewidmet. Sie nahm an den Bürgerrechtsmärschen von Martin Luther King teil, setzte sich gegen die Todesstrafe und Folter ein und unterstützte Kampagnen für die Rechte von Schwulen und Lesben. "Mit ihrer faszinierenden Stimme und ihrem unerschütterlichen Engagement für friedliche Proteste und Menschenrechte hat Joan Baez seit über fünf Jahrzehnten ihre Stimme gegen Diskriminierung und Gewalt erhoben", sagt Selmin Çaliskan.
"Amnesty International überzeugte mich mit ihrem Gründungsprinzip: Alle Menschenrechtsverletzungen und alle Leiden, die sie hervorrufen, dürfen nicht hingenommen werden. Ich bin glücklich, Teil dieser Bewegung zu sein, und stolz, mit diesem Preis geehrt zu werden", sagte Joan Baez, als sie von der Auszeichnung erfuhr.
Ai Weiwei ist ein weltweit bekannter Künstler und Kritiker der chinesischen Regierungspolitik. Seine Arbeiten loten immer wieder die engen Grenzen aus, die Meinungsäußerungen in China gesetzt sind, und thematisieren seine eigene Hafterfahrung. 2010 wurde Ai Weiwei festgenommen und von Sicherheitsbeamten geschlagen, kurz bevor er zur Verteidigung des Umweltaktivisten Tan Zuoren aussagen sollte. Gemeinsam mit Tan Zuoren hatte er die Namen von Tausenden Kindern dokumentiert, die während des Erdbebens 2008 in Sichuan gestorben waren.
Bis heute wird der Künstler überwacht und darf China nicht verlassen. Zu seinen jüngsten Werken gehört eine Ausstellung im kalifornischen Alcatraz, die das Leid aktueller politischer Gefangener behandelt. "Ai Weiwei erinnert uns daran, wie wichtig die Meinungsfreiheit für jede Gesellschaft ist und welche bahnbrechende Rolle die Kunst dabei spielen kann", sagte Selmin Çaliskan.
"Es ist eine große Ehre für mich, diesen besonderen Preis von Amnesty International zu erhalten, und ich werde versuchen, die Ermutigung und Erwartung, die Amnesty International mit dem Preis an mich richtet, nicht zu enttäuschen", sagte Ai Weiwei, als er von der Auszeichnung erfuhr.
Außerdem wird Ensaf Haidar, die Ehefrau des in Saudi-Arabien inhaftierten Bloggers Raif Badawi, bei der Verleihung sprechen und gemeinsam mit Amnesty dazu aufrufen, sich für die Freilassung ihres Mannes einzusetzen. Raif Badawi war im Mai 2014 wegen der Gründung der Website "Saudi-Arabische Liberale" und "Beleidigung des Islams" zu zehn Jahren Haft und 1000 Stockhieben verurteilt worden. Nachdem die ersten 50 Hiebe im Januar 2015 vollstreckt wurden, kam es zu internationalen Protesten. Die Strafe wurde seitdem ohne Begründung ausgesetzt.
In diesem Jahr wird der "Ambassador of Conscience Award" zum 12. Mal verliehen. "Während meiner Kindheit in Irland lag die Existenz der Berliner Mauer wie ein Schatten über meinem Leben", so Bill Shipsey, Initiator des Preises. "Heute, 25 Jahre nach dem Mauerfall, wollen wir die Freiheit feiern und den ‚Ambassador of Conscience Award in der Stadt vergeben, die zum Symbol für den Kampf der Menschen um ein selbstbestimmtes freies Leben geworden ist."
Die Preisverleihung findet am 21. Mai 2015 um 20 Uhr im Haus der Berliner Festspiele, Schaperstraße 24, 10719 Berlin, statt. Karten sind erhältlich unter www.eventim.de/art-for-amnesty. Weitere Informationen unter www.amnesty.de/AOC15. Für die Akkreditierungen zur Preisverleihung, Interviewanfragen und weitere Informationen und Material wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der deutschen Sektion unter: presse@amnesty.de.
Zu den vergangenen Preisträgern des "Ambassador of Conscience Award" zählen: Václav Havel (2003); Mary Robinson und Hilda Morales Trujillo (2004); U2 und Paul McGuinness (2005); Nelson Mandela (2006); Peter Gabriel (2008); Daw Aung San Suu Kyi (verliehen 2009, übergeben 2012); Harry Belafonte und Malala Yousafzai (2013).

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