DGP: Palliative Pflege von schwerstkranken und sterbenden alten Menschen braucht Zeit und Personal

Kurzfassung: DGP: Palliative Pflege von schwerstkranken und sterbenden alten Menschen braucht Zeit und PersonalProf. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der multiprofessionellen Fachgesellschaft mit rund 1.500 Mitglied ...
[Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. - 28.01.2015] DGP: Palliative Pflege von schwerstkranken und sterbenden alten Menschen braucht Zeit und Personal
Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der multiprofessionellen Fachgesellschaft mit rund 1.500 Mitgliedern allein aus der Pflege, betonte heute bei einer internationalen Fachtagung zur "Palliativversorgung von Menschen mit schwerster Demenz" im Bundesfamilienministerium, dass insbesondere die Demenzerkrankung stärker als lebensverkürzende Erkrankung wahrgenommen werden müsse. Diese Sicht führe zu einem anderen und vorausschauenden Umgang mit einer unweigerlich eintretenden Verschlechterung sowie dem Sterben und dem Tod eines alten Menschen.
Die palliative Pflege von Menschen mit Demenz oder in hohem Alter ist geprägt von hohem Zeit- und Personalaufwand. "Eine Pflegekraft, die im Nachtdienst eines Altenpflegeheims allein für insgesamt 60 bis 80 pflegebedürftige Bewohner zuständig ist, kann sich beim besten Willen nicht mit der notwendigen Zuwendung um einen sterbenden Patienten kümmern." erklärte Katja Goudinoudis, Sprecherin der Sektion Pflege und Vorstandsmitglied in der DGP.
Pflegende nehmen in der Versorgung von Palliativpatienten eine tragende Rolle ein. Durch den engen Kontakt zum Patienten und seinen Angehörigen nehmen sie Bedürfnisse, Symptome, Verluste und Leiderfahrungen wahr und leiten notwendige Maßnahmen ein. Hierdurch können schwerstkranke und sterbende Patienten insbesondere im Alltag ein hohes Maß an Lebensqualität und eigenen Ressourcen zurückgewinnen oder zumindest erhalten.
Jedoch arbeiten Pflegende aufgrund der emotionalen Anforderungen und der hohen Arbeitsdichte oft an ihrer Belastungsgrenze und nicht selten darüber hinaus. Es ist deshalb dringend geboten, den Pflegeberuf aufzuwerten und seine Attraktivität zu erhöhen, um so auch die Palliativpflege zu stärken. Welche konkreten Anforderungen an die Personalausstattung zur Gewährleistung einer angemessenen Palliativpflege alter und kranker Menschen zu stellen sind, ist Gegenstand einer heute veröffentlichten Stellungnahme der DGP.
Es muss dafür Sorge getragen werden, so Prof. Dr. Lukas Radbruch bei der heutigen Fachtagung "Palliative Care und Demenz - Bedürfnisgerechte Versorgung von Menschen mit schwerer Demenz in der stationären Altenhilfe", dass die Pflege und insbesondere die Pflege schwerstkranker und sterbender hochbetagter Menschen durch Vorgaben zur personellen Ausstattung leistbar wird. Dazu gehören eine exzellente Ausbildung der Pflegekräfte, die rechtliche und öffentliche Anerkennung der bereits ausgeübten Tätigkeiten in den unterschiedlichen Handlungsfeldern und eine entsprechende Honorierung.
Stellungnahme der DGP vom 28.1.2015: Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin unterstützt nachdrücklich Forderung des Bundesgesundheitsministers nach einer angemessenen Personalausstattung und fairen Bezahlung in den Pflegeberufen
"White paper on palliative care in dementia - recommendations from the EAPC", diese Veröffentlichung der European Association for Palliative Care liegt seit 28.1.2015 auch in deutscher Übersetzung vor: Empfehlungen der EAPC zur Palliativversorgung und Behandlung älterer Menschen mit Alzheimer oder anderen progressiven Demenzerkrankungen

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Die Palliativmedizin widmet sich der Behandlung und Begleitung von Patienten mit einer nicht heilbaren, progredienten und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung.Die Palliativmedizin bejaht das Leben und sieht das Sterben als einen natürlichen Prozess. Sie lehnt aktive Sterbehilfe ab.Die im Juli 1994 gegründete Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP) hat nach ihrer Satzung die Aufgabe, Ärzte und andere Berufsgruppen zur gemeinsamen Arbeit am Aufbau und Fortschritt der Palliativmedizin zu vereinen und auf diesem Gebiet die bestmögliche Versorgung der Patienten zu fördern.
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