10.04.2014 13:03 Uhr in Kultur & Kunst von Fachhochschule Fulda

Hilfe bei schwierigen Erfahrungen in den ersten Liebesbeziehungen

Kurzfassung: Hilfe bei schwierigen Erfahrungen in den ersten LiebesbeziehungenJugendliche, deren Verabredungen und erste Liebesbeziehungen mit emotional, körperlich oder sexuell schwierigen Erfahrungen verbunden ...
[Fachhochschule Fulda - 10.04.2014] Hilfe bei schwierigen Erfahrungen in den ersten Liebesbeziehungen
Jugendliche, deren Verabredungen und erste Liebesbeziehungen mit emotional, körperlich oder sexuell schwierigen Erfahrungen verbunden sind, können sich ab sofort auf der Internetseite www.was-geht-zu-weit.de Rat und Unterstützung holen. Das von der Arbeitsgruppe Gesundheitsschutz bei Interpersoneller Gewalt an der Hochschule Fulda und der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen entwickelte Beziehungs-Einmaleins gibt Tipps, wie man respektvoll miteinander umgeht, sich vor Grenzüberschreitungen schützt, welchen Rat man Freundinnen und Freunden geben kann und wo man sich Hilfe holen kann, wenn es kompliziert wird.
"Es geht darum, gesundheitliche Folgen solcher Grenzüberschreitungen zu verhindern", erläutert Prof. Dr. Beate Blättner, die das Projekt leitete. "Wir wissen aus der Literatur, dass unter anderem psychische Probleme, Essverhaltensstörungen, gesundheitsschädliche Bewältigungsstrategien, aber auch eine Abnahme der Leistungsfähigkeit die Folge solcher Grenzüberschreitungen sein können."
In einer Studie an hessischen Schulen hatten die Wissenschaftlerinnen der Hochschule Fulda herausgefunden, dass auch in Deutschland Bedarf an Präventionsmaßnahmen für Teen Dating Violence besteht, wie der internationale Fachausdruck für Grenzüberschreitungen in Teenagerbeziehungen lautet. Fünf von zehn Schülerinnen und fast so viele Schüler zwischen 14 und 17 Jahren hatten mindestens einmal erlebt, dass ihre SMS, Telefonate oder Besuche kontrolliert wurden, dass sie beschimpft, beleidigt, angeschrien, bedroht oder gezwungen wurden etwas zu tun, was sie nicht wollten. Manche wurden sogar unter Druck gesetzt, von ihnen nicht gewollte sexuelle Handlungen auszuführen, geschlagen oder vergewaltigt.
Die Idee zur Homepage entstand in einer Projektgruppe des Studiengangs Gesundheitsförderung unter Leitung von Prof. Dr. Beate Blättner und ihrer wissenschaftlichen Mitarbeiterin Elisabeth Hintz. Die von den Studierenden entwickelte Homepage wurde in Fokusgruppen mit der Zielgruppe und mit Expertinnen und Experten aus der Medien- und Sexualpädagogik evaluiert, die Entwürfe daraufhin vollständig überarbeitet. "Der Aufwand hat sich wirklich gelohnt. Wir haben ein Produkt geschaffen, das die Bedürfnisse der Jugendlichen aufgreift und ihnen Tipps in ihrer Sprache gibt", meint Elisabeth Hintz, die sich wissenschaftlich und praktisch mit den Möglichkeiten der Digitalen Prävention beschäftigt. Derzeit produziert das Team, unterstützt vom Offenen Kanal Fulda, einen Audiopodcast und einen Trickboxfilm, die in Kürze auf der Homepage integriert werden sollen.
"Wir sind sehr froh, dass wir gerade eine Teil-Bewilligung für ein kleines Projekt aus dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst erhalten haben, das uns ermöglicht, am Thema weiterzuarbeiten und zu erforschen, ob Jugendliche ein solches Angebot auch nutzen und welche Erfahrungen international mit ähnlichen Angeboten gemacht wurden" erklärt Prof. Dr. Beate Blättner.

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