Das Faszien-Distorsions-Modell in der Physiotherapie

Eine spannende Methode zur Diagnose und Behandlung von Schmerzen bietet das Faszien-Distorsions-Modell. Auch Herr Bernhardi von der physiotherapeutischen Praxis Bernhardi bietet diesen Ansatz an und berichtet im Interview darüber.
Kurzfassung: Die Physiotherapie beschäftigt sich im Allgemeinen damit, Beschwerden wie Einschränkungen in der Beweglichkeit des menschlichen Körpers zu verbessern. Das gelingt sowohl mit Methoden manueller Therapie als auch mit dem gezielten Einsatz physikalischer Reize, wie zum Beispiel Druck, Wärme oder Elektrizität.
Das Faszien-Distorsions-Modell in der Physiotherapie Das Team von Physiotherapie Bernhardi
[Physiotherapie und Krankengymnastik Praxis Bernhardi - 06.08.2015] Sportverletzungen in der Physiotherapie
Verletzungen, die sich eine Person bei der Ausübung sportlicher Aktivitäten zuzieht, werden Sportverletzungen genannt. Hierbei wird zwischen zwei Arten von Verletzungen unterschieden: den endogenen Verletzungen, die ohne äußere Einwirkungen entstehen (beispielsweise durch Überanstrengung) und die exogenen, die durch äußere Einwirkung entstehen (zum Beispiel in der Auseinandersetzung mit einem anderen Mitspieler).
Sportverletzungen wie Prellungen oder Verstauchungen werden in der Regel zunächst durch Ruhigstellung und anschließend mit Bewegungsübungen behandelt. Das Gewebe benötigt dann Reize, die es zur Regeneration anregen.

Die Geschichte des Faszien-Distorsion-Modells
Der Osteopath Stephen Typaldos entwickelte 1991 das Faszien-Distorsions-Modell, das der Schmerztherapie dient. Für Sportverletzungen, wie sie oben beschrieben wurden, bietet das FDM eine alternative Behandlungsmethode, die auf schnelle, effektive Weise Verbesserung verspricht. Aber auch andere Verletzungen an Muskeln, Bändern, Sehnen und Gelenken, die nicht sportlich bedingt sind, können behandelt werden.
Dr. Typaldos erkannte in den 90er Jahren, dass seine Patienten trotz unterschiedlicher medizinischer Erkrankungen stetig die gleichen Worte und Gesten zur Beschreibung ihrer Beschwerden nutzten. Daraus bildeten sich im Laufe der Zeit sechs verschiedene Typen von Faszien-Distorsionen, die er zur Diagnose und Behandlung nutzte. Mehr zu dem Faszien-Distorsions-Modell und seiner Funktionsweise erklärt uns Jens Bernhardi im Interview.

Physiotherapie Bernhardi
Die Physiotherapiepraxis Bernhardi bietet ein umfangreiches Repertoire an physiotherapeutischen Leistungen an. Außerdem übernehmen sie auch Therapien im Bereich Krankengymnastik.
Lockernde Massagen, regenerierende manuelle Therapien und medizinische Trainingstherapien gehören zu üblichen Therapiemethoden in der Praxis, sodass auf jedes Problem eine individuelle Lösung gefunden werden kann.
Neben diesen Leistungen hat die Physiotherapiepraxis auf dem Gebiet der craniomandibulären Dysfunktion zusätzliche Kompetenzen und behandelt mit seinen zusätzlichen Qualifikationen Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Tinnitus mit einem ganzheitlichen Ansatz.

Interview mit Jens Bernhardi
Auch die Physiotherapie Bernhardi therapiert mit Hilfe des FDM beispielsweise Sportverletzungen. Im Interview zu diesem Thema begrüßen wir Jens Bernhardi:

WUP: Was sind Faszien?
Herr Bernhardi: Das ist eine interessante Frage, denn bisher haben wir uns als Physiotherapeuten um Muskeln und Knochen gekümmert. Faszien sind ein ziemlich neues Feld, auf dem wir uns bewegen.
Der Begriff Faszie stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie "Bündel". Bei Faszien handelt es sich um Bindegewebe, das im gesamten Körper in verschiedensten Ausprägungsgraden zu finden ist. Letzten Endes ist es eine Bildung aller Strukturen miteinander, die mit sogenannten Mechanorezeptoren durchzogen in der Lage zur Eigenwahrnehmung sind. Die Faszien könnten sogar als eine Art eigenständiges Organsystem betrachtet werden. Im Allgemeinen findet man dieses Organsystem im Bindegewebe. Darunter werden zum Beispiel Sehnenplatten, Sehnen, Gelenkkapseln, Knochenhaut und Bänder verstanden. Daraus ergibt sich ein im gesamten Körper verzweigtes Netz.

WUP: Wie funktioniert demnach das Faszien-Distorsions-Modell?
Herr Bernhardi: Körperliche Beschwerden werden mit Hilfe des FDM auf eine ganz besondere Art und Weise betrachtet. Die Beschwerden beziehen sich auf spezifische Verformungen oder Verdrehungen des Bindegewebes, nämlich auf die sogenannten Faszien. Durch die Behandlungsmethoden des FDM sollen diese nun zurückgeführt werden.
Entwickelt wurde das Modell durch den US-amerikanischen Arzt und Notfallmediziner Steven Typaldos. Dieser hat in den 90ern festgestellt, dass die Patienten, die zu ihm kamen, immer die gleiche Gestik beim Aufzeigen ihrer Schmerzen genutzt haben: Streichen, Quetschen, Ziehen und Drücken waren übliche Methoden. Daraus folgte, dass er die Gesten den Beschwerden zuordnete und ein bestimmtes Behandlungsprinzip entwickelte. Das Resultat waren die heute verwendeten sechs FDM-Modelle, nach denen behandelt wird.
Ausschlaggebend für die gewählte Therapiemethode ist also die jeweilige Gestik. Trotzdem werden zusätzlich natürlich auch eine gewöhnliche Befundanalyse und eine Anamnese durchgeführt.

WUP: Wie stellen Sie die Diagnosen nach dem FDM?
Herr Bernhardi: Die Diagnosestellung erfolgt aufgrund der Arbeitsdiagnose des Arztes. Wenn der Patient zu uns kommt, führen wir zunächst die Anamnese durch und erstellen daraufhin ähnlich wie in der Krankengymnastik einen eindeutigen Befund. Danach wird überprüft, ob die Gestik passend ist. Die Diagnose gibt uns vor, welche Technik angewandt wird.
Eine Faszientechnik ist beispielsweise die Triggerbandtechnik. Bei dieser wird über eine bestimmte, nach dem Typaldosprinzip vorgegebene Bahn mit dem Daumen drückend gezogen. Anhand der Gestik und der beschriebenen Beschwerden führt der Therapeut die Triggerbänder und eine Kontiinuumsdistorsion zurück, also eines der sechs FDM-Modelle. Nun wird diese Distorsion mit großem Krafteinsatz zurückgeformt. Bereits nach der ersten Behandlung kann sich die Patientin wieder normal bewegen. Einige Tage später folgt die zweite Behandlung, nach der sie ihren Sport wieder uneingeschränkt ausüben kann.
Das Beispiel zeigt, dass die Behandlung sehr schnell wirkt und gerade bei Sportverletzungen von großem Interesse ist. Hochleistungssportler wie Fußballer nutzen das FDM, weil sie kurz danach wieder trainieren können.
Allerdings sollte vorher abgeklärt werden, wie schwerwiegend die Verletzung ist. Bei einem Gelenkkapselriss sollte man beispielsweise darauf verzichten. Der Patient sollte vor der Behandlung allerdings gut über den Ablauf aufgeklärt werden, da sie sehr schmerzhaft sein kann.

WUP: Bei welchen Sportverletzungen lässt sich das FDM anwenden?
Herr Bernhardi: Prinzipiell ist die Anwendung dieser Methode bei allen Verletzungen und Gelenkverletzung möglich. Falls Hautverletzungen vorhanden sind, geht dies allerdings nicht, da man nicht in offenen Wundverletzungen arbeiten sollte. Auch bei Osteoporose und Gefäßerkrankungen sollte man auf das FDM lieber verzichten, da mit starkem Druck in die Tiefe des Gewebes gearbeitet wird.

WUP: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg bei der Behandlung?
Herr Bernhardi: Zunächst einmal ist das FDM ein noch sehr junges Modell. Diese neue Methode, die es erst seit den 90er Jahren gibt, hat bisher sehr hohe Erfolgsaussichten gezeigt. Allerdings lässt sich das, da es erst kurze Zeit zur Anwendung kommt, noch nicht in Zahlen fassen.
Durch seine hohe Aussicht auf Erfolg wird das FDM auch auf medizinischen Weiterbildungen immer häufiger thematisiert. Man könnte es als einen neuen medizinischen Trend bezeichnen, auf den auch wir schnell aufmerksam wurden. Auch junge Ärzte, gerade aus den Bereichen der Sportmedizin, Orthopädie und Chirurgie, bieten diese Methode immer häufiger an.

WUP: Was sind die Vorteile der FDM gegenüber der normalen Schulmedizin?
Herr Bernhardi: Obwohl ich grundsätzlich Schulmediziner bin, nutze ich auch natürliche Verfahren wie zum Beispiel die Traditionelle Chinesische Medizin. Daraus folgt, dass ich unabhängig von der Schulmedizin ebenfalls Dinge wie Akupunktur durchführe.
Die Behandlungsmethoden sind sehr unterschiedlich. Um dies zu erläutern, möchte ich ein Beispiel anführen:
Bei einer klassischen Behandlung würde eine Patientin berichten, dass sie beim Sport umgeknickt sei. Es ist deutlich zu erkennen, dass der Knöchel geschwollen und druckschmerzhaft ist. Daraufhin diagnostiziert der Arzt eine Stauchung und empfiehlt der Patientin, den Knöchel ruhigzustellen. Neben Eisanwendungen und Hochlagerung wird eine Salbe gegen die Schmerzen verschrieben. Durch die Behandlung kann die Patientin nach einigen Wochen den Knöchel wieder wie gewohnt belasten.
Nach der Behandlung mit FDM käme die Patientin ebenfalls in die Praxis und würde berichten, dass sie beim Sport umgeknickt sei. Dabei deutet sie mit den Fingern einige Bahnen entlang des rechten Außenknöchels an. Außerdem beschreibt sie einen ziehenden, verbunden mit einem stechenden Schmerz. Deshalb deutet sie auf die entsprechenden Stellen mit dem Finger.

WUP: Vielen dank für das Gespräch.

Kontakt zu Physiotherapiepraxis Bernhardi
Jens Bernhardi
Hildesheimerstraße 102 - 104
30173 Hannover

Tel: 0511 80 77 037
E-Mail: info@physiotherapie-bernhardi.de
Web: www.physiotherapie-bernhardi.de
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