Fenstermodul verkürzt Gebäudesanierung

  • Pressemitteilung der Firma BINE Informationsdienst, 02.08.2012
Pressemitteilung vom: 02.08.2012 von der Firma BINE Informationsdienst aus Bonn

Kurzfassung: Vorgefertigte multifunktionale Fensterelemente Wenn Wohngebäude energetisch saniert werden, ist dies oft mit lang andauernden Baumaßnahmen verbunden. Die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP in Kassel haben jetzt ein neues ...

[BINE Informationsdienst - 02.08.2012] Fenstermodul verkürzt Gebäudesanierung


Vorgefertigte multifunktionale Fensterelemente Wenn Wohngebäude energetisch saniert werden, ist dies oft mit lang andauernden Baumaßnahmen verbunden. Die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP in Kassel haben jetzt ein neues Fensterelement entwickelt, welches die Montagezeiten verkürzen soll. Mit den vorgefertigten, multifunktionalen Komponenten ließen sich auch herkömmliche Renovierungsabläufe optimieren.

"Gebäude lassen sich minimalinvasiv sanieren und auf schonende Weise energieeffizient modernisieren", sagt Michael Krause, Wissenschaftler am Fraunhofer IBP. Der Forscher und sein Team haben im Projekt "Prefab" multifunktionale Fensterelemente entwickelt, die künftig klassische, langwierige und damit für Bewohner lästige Renovierungsmethoden ersetzen sollen. Bislang erfolgen Baumaßnahmen, die den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen senken, getrennt nach Gewerken, wie Fassaden-, Fenster- und Heizungsbau sowie in Elektro- oder Klempnerarbeiten. Diese Einzelmaßnahmen sind jedoch oftmals nicht aufeinander abgestimmt und führen zu Baumängeln und langen Sanierungszeiten. "Vor allem, wenn nachträglich anlagentechnische Komponenten wie Lüftungsanlagen und Heizungen installiert werden müssen, beeinträchtigt das die Bewohner stark in ihrer Lebensqualität. Oftmals muss sogar auf einen Leerstand der Wohnungen gewartet werden, um die notwendigen Instandsetzungen durchzuführen", erläutert Krause. "Mit den multifunktionalen Fensterelementen erreichen wir kürzere Montagezeiten vor Ort und können den Stress für die Mieter deutlich reduzieren." Vorgefertigte Bauteilkomponenten Das Element besteht neben Fenster und Fensterzarge aus einer Technikbox und einem Dämmstoffrand, der beispielsweise als Wärmedämmverbundsystem aus Polystyrol gefertigt sein kann. Dieses selbsttragende Modul wird von außen in die alte Fensterlücke geschoben und überdämmt die alte Fassade im Fensterbereich. Alternativ zum Wärmedämmverbundsystem können Architekten auch eine Holzrahmenkonstruktion mit mineralischen Dämmstoffen wie Glas- oder Steinwolle verwenden. Die Technikbox befindet sich unter der Fensterbank. In die herausnehmbare Box lassen sich Komponenten wie Wärmetauscher, dezentrale Heizungsmikropumpen und Lüftungsfilter einbauen, aber auch Stromanschlüsse, Lüftungskanäle oder Internetkabel. Stromleitungen und Wasserrohre werden unter dem Dämmstoff über die Fassade erschlossen und über Einlässe durch die Technikbox ins Haus geführt. Zahlreiche Arbeiten im Gebäude wie das Verlegen von Rohren und Leitungen entfallen auf diese Weise. Der Fensterbauer liefert die Elemente inklusive Technikbox vorgefertigt an, dadurch beschleunigt sich der Installationsprozess am Gebäude deutlich. Ein weiterer Vorteil: Da man die Fensterbank öffnen kann, lassen sich sämtliche Komponenten einfach warten, nachrüsten oder austauschen, etwa wenn eine Reparatur erforderlich ist. "Indem wir Wärmetauscher und Lüftungstechnik in das Sanierungssystem integrieren, reduzieren wir Wärmeverluste durch die Gebäudehülle und die Lüftung. Außerdem werden durch die gute Verarbeitung des Systems Luftundichtigkeiten und Wärmebrücken vermieden, das heißt, die Wärme kann nicht nach außen entweichen. Alles in allem senken wir den Energieverbrauch", resümiert Krause. Nicht zuletzt seien die Dämmelemente wegen ihrer Tragstruktur sehr stabil, dass sogar eine Bestückung mit Solarkollektoren denkbar ist.

Das vorgefertigte Fensterelement gibt es bereits als Demonstrator. Hergestellt wurde es von einem Kasseler Industriepartner. Im nächsten Schritt wollen die Fraunhofer Forscher das Fassadenelement in einem sanierungsbedürftigen Wohngebäude im realen Einsatz testen. Prinzipiell ist es in vielen Bestandsbauten einsetzbar; vor allem die Mehrfamilienhäuser der Wiederaufbaujahre haben die Forscher im Visier. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert.


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