Aigner: Im Kampf gegen Hunger und Klimawandel benötigen wir eine große Pflanzenvielfalt

  • Pressemitteilung der Firma Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), 29.06.2012
Pressemitteilung vom: 29.06.2012 von der Firma Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) aus Berlin

Kurzfassung: Bundeslandwirtschaftsministerium fördert bedeutende Saatgutarchive zum Schutz genetischer Ressourcen. Bundeslandwirtschaftministerin Ilse Aigner verstärkt das Engagement zum Schutz der biologischen Vielfalt von Nutzpflanzen. In den kommenden ...

[Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) - 29.06.2012] Aigner: Im Kampf gegen Hunger und Klimawandel benötigen wir eine große Pflanzenvielfalt


Bundeslandwirtschaftsministerium fördert bedeutende Saatgutarchive zum Schutz genetischer Ressourcen.

Bundeslandwirtschaftministerin Ilse Aigner verstärkt das Engagement zum Schutz der biologischen Vielfalt von Nutzpflanzen. In den kommenden drei Jahren unterstützt das Bundeslandwirtschaftsministerium die Projektarbeit des Globalen Treuhandfonds für Nutzpflanzenvielfalt (GTN) mit rund 650.000 Euro. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner unterzeichnete heute in Berlin offiziell die Projektverträge in Anwesenheit des GTN-Geschäftsführers Prof. Cary Fowler und von Prof. Klaus Töpfer, seit Januar 2012 Mitglied im Exekutiv-Rat des Treuhandfonds. Der Fonds sichert die Erhaltung und Verfügbarkeit pflanzengenetischer Ressourcen. Unter anderem betreibt er die Weltsaatgutbank auf Spitzbergen, in der aktuell 760.000 Muster aus aller Welt lagern. Nach Angaben der FAO ging in den zurückliegenden 100 Jahren rund drei Viertel der Vielfalt an Kulturpflanzen irreversibel verloren.

Die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist ein wichtiger Baustein der Politik des Bundeslandwirtschafsministeriums für eine nachhaltige und zukunftsfähige Landwirtschaft. "Wir benötigen eine große Vielfalt an Nutzpflanzen, um den globalen Herausforderungen im Kampf gegen Hunger und Klimawandel begegnen zu können", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner anlässlich der Unterzeichnung der Projektförderung in Berlin. "Dabei ist der Treuhandfonds von zentraler Bedeutung für den Erhalt von Kulturpflanzen und zur Sicherung der Nahrungsmittelversorgung."

Die Fördermittel des Bundeslandwirtschaftsministeriums kommen einerseits dem weltweit bedeutendsten Saatgutarchiv für Süßkartoffeln am Internationalen Kartoffelzentrum in Peru zugute. Der andere Teil fließt in den Erhalt und den Ausbau der bedeutendsten Sammlung afrikanischer Futtermittelspezies am Internationalen Institut für Nutztierforschung in Äthiopien. Deutschland hat den Fonds seit seiner Gründung im Jahr 2004 unterstützt und bisher - ohne die aktuelle Projektförderung - über sieben Millionen Euro zum Stiftungskapital beigesteuert. Im Januar 2013 verlagert der Treuhandfonds seinen Sitz nach Bonn. Die Bundesregierung hatte sich für eine Ansiedlung in Deutschland eingesetzt.

Ein weiterer Unterstützer und seit Januar 2012 Mitglied im Exekutiv-Rat des Fonds ist der ehemalige Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen und frühere Bundesminister Prof. Klaus Töpfer. In Berlin sagte er: "Der Globale Treuhandfonds für Nutzpflanzenvielfalt leistet schon heute einen entscheidenden Beitrag, Ernährungssicherheit im Einklang mit Biodiversität auch für die Zukunft zu gewährleisten. Es ist sachgerecht, dass dieser Fonds jetzt vom UN-Standort in Deutschland, Bonn, aus agiert und ich freue mich, den Fonds als Beiratsmitglied tatkräftig zu unterstützen."

Der Geschäftsführer des Treuhandfonds, Prof. Cary Fowler, bedankte sich für den Zuspruch aus Deutschland: "Wir sind hoch erfreut sowohl über den Umzug nach Bonn als auch darüber, dass sich die deutsche Regierung so nachdrücklich in der Öffentlichkeit zu ihrer Unterstützung bekennt. Die Arbeit des Treuhandfonds leistet einen entscheidenden Beitrag zur Ernährung einer hungrigen Weltbevölkerung insbesondere in Zeiten des Klimawandels. Diese beiden Herausforderungen müssen wir bewältigen, um eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Die Zusage Deutschlands, uns auf den höchsten Ebenen zu unterstützen, ist daher von zentraler Bedeutung. Wir freuen uns auf Deutschland und auf diese neue Partnerschaft."

Globales System zur Sicherung unserer Kulturpflanzen

Der Globale Treuhandfonds ist Teil einer globalen Architektur zum Schutz der biologischen Vielfalt. Dazu zählen die UN-Konvention über die Biologische Vielfalt, der globale Aktionsplan der FAO zur "Erhaltung und nachhaltigen Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft" und der "Internationale Saatgutvertrag". Vor wenigen Tagen hat das BMELV auf der Rio+20 Konferenz eine zusätzliche Unterstützung der Projektarbeit des Internationalen Saatgutvertrags in Höhe von rund 500.000 Euro zugesagt. Bereits im Jahr 2007 formulierte das Bundeslandwirtschaftsministerium eine Strategie für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt für die Ernährung, Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, die mit detaillierten Fachprogrammen realisiert wird.

ILRI: Bedeutendste Sammlung afrikanischer Futterpflanzen

Futterpflanzen sind die Hauptnahrungsquelle für Nutztiere. Hauptpflanzengruppen sind Gräser (Familie der Poaceae) und Hülsenfrüchte (Familie der Fabaceae). Eine der größten Sammlungen von Futterpflanzen befindet sich beim Internationalen Institut für Nutztierforschung (ILRI) in Äthiopien. Die Sammlung ist die bedeutendste Sammlung afrikanischer Arten und umfasst 20.200 Muster tropischer Futterpflanzen mit 1.900 Arten aus 400 Gattungen. Das ILRI engagiert sich für eine nachhaltige Nutztierhaltung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Armutsbekämpfung in Afrika südlich der Sahara, Asien, Lateinamerika und der Karibik.

CIP: Größte Süßkartoffelsammlung der Welt

Die Süßkartoffel zählt zu den weltweit wichtigsten und vielseitigsten Nahrungsmittelpflanzen. Mit einer Jahresproduktion von circa 130 Millionen Tonnen in über 100 Ländern ist die Süßkartoffel bezogen auf das Gewicht die fünftwichtigste Nahrungsmittelpflanze weltweit. Sie können mehr Energie pro Hektar und Tag liefern als etwa Weizen oder Reis, sind reich an Kohlehydraten, den Vitaminen A, B1 und B2, Calcium und Ballaststoffen. Die weltweit größte und vielfältigste Süßkartoffelsammlung mit Material aus 49 Ländern und insgesamt über 6000 Mustern wird beim Internationalen Kartoffelzentrum (CIP) aufbewahrt. Die Forschungstätigkeit des CIP erstreckt sich auch auf die verbesserte Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen in den Anden und anderen Berggebieten.

Weitere Informationen
Global Crop Diversity Trust (Globaler Fonds für Nutzpflanzenvielfalt) - GCDT

Bildunterschrift: v.l.: Professor Klaus Töpfer, Bundesministerin Ilse Aigner, GTN-Geschäftsführer Prof. Cary Fowler, Quelle: BMELV


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Über Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV):
Mit Organisationserlass des Bundeskanzlers vom 22. Januar 2001 wurde das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BML) zu einem Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) umgebildet. Dem neuen Ministerium wurden aus dem Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit die Zuständigkeiten für den Verbraucherschutz sowie aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die Zuständigkeit für die Verbraucherpolitik übertragen.
Darüber hinaus erfolgte die Verlagerung des Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärwesen (BgVV) in den Geschäftsbereich des BMVEL. Mit der Umorganisation erhält der vorsorgende Verbraucherschutz in Deutschland einen neuen Stellenwert. Dies soll unter anderem auch durch eine neue Landwirtschaftspolitik zum Ausdruck kommen, die den Erwartungen und Bedürfnissen der Verbraucher Rechnung trägt, ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Landwirtschaft und Verbrauchern fördert, den Tierschutz weiterentwickelt und den Grundsatz der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft verankert.
Da ein großer Teil der Politikbereiche des Ministeriums gemeinschaftsrechtlichen Regelungen unterliegt, besteht die wichtigste Aufgabe des Ministeriums darin, die vielschichtigen Interessen innerhalb Deutschlands zu kanalisieren und als deutsche Interessenlage in den Meinungsbildungs- und Rechtssetzungsprozess der Europäischen Union einzubringen. Darüber hinaus trägt das Ministerium dafür Sorge, dass Gemeinschaftsrecht in Deutschland ordnungsgemäß angewandt werden kann.
Zum Geschäftsbereich des Ministeriums zählen - neben dem neu hinzugekommenen BgVV - unter anderem das Bundessortenamt, zehn Bundesforschungsanstalten sowie die Zentralstelle für Agrardokumentation und -information. Darüber hinaus hat das Ministerium die Aufsicht über vier Anstalten des öffentlichen Rechts, darunter die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

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