Minister Schneider: Bundesinnenminister Friedrich veröffentlicht zweifelhafte Studie zu Muslimen in Deutschland

  • Pressemitteilung der Firma Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAIS NRW), 01.03.2012
Pressemitteilung vom: 01.03.2012 von der Firma Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAIS NRW) aus Düsseldorf

Kurzfassung: Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit: Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Guntram Schneider äußert sich kritisch über die Ergebnisse der aktuellen Studie des ...

[Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAIS NRW) - 01.03.2012] Minister Schneider: Bundesinnenminister Friedrich veröffentlicht zweifelhafte Studie zu Muslimen in Deutschland


Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Guntram Schneider äußert sich kritisch über die Ergebnisse der aktuellen Studie des Bundesinnenministeriums über junge Muslime in Deutschland, wonach ein Viertel der jungen Muslime ‚integrationsunwillig’ sein sollen. "Wir haben in NRW – und hier lebt immerhin ein Drittel der in Deutschland lebenden Muslime - ganz andere Ergebnisse erhalten. Aus unserer Studie "Muslimisches Leben in NRW" aus dem Jahr 2011 geht hervor: Die große Mehrheit der Muslime ist bereit, sich zu integrieren", so Schneider heute in Dortmund.

Dass Bundesinnenminister Friedrich nun mit einer Studie ins Land ginge, die das Gegenteil suggeriere, sei fatal, erklärte der NRW-Minister. "Die aktuelle Studie unterstellt: ein erheblicher Teil der jungen Muslime seien Feinde der Demokratie. Das Gegenteil ist der Fall", so Schneider. Die Zahlen aus NRW, für die 2477 Muslime befragt wurden, zeigten: "Gerade die jungen Muslime fühlen sich als Teil der deutschen Gesellschaft. Knapp 80 Prozent unterhalten häufige Kontakte zu Deutschen. Und je höher ihr Bildungsabschluss, desto mehr Kontakte zu Deutschen finden statt", erklärte Schneider.

Dies verstünde seine Regierung in Düsseldorf auch als Auftrag, mehr in die Bildung junger Migrantinnen und Migranten zu investieren, um diesen eine angemessene Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen, sagte der NRW-Minister.

"Was Friedrich macht, ist das genaue Gegenteil. Er trägt dazu bei, junge Muslime zu stigmatisieren", so Integrationsminister Guntram Schneider. "Die aktuellen, vorschnellen Reaktionen auf die Studie zeigen, welche Auswirkungen es hat, wenn in der öffentlichen Diskussion Muslime unter Terrorverdacht gestellt und in Teilen zu Demokratiefeinden abgestempelt werden. Das ist geschmacklos, falsch und gefährlich in einer Zeit, in der Neonazis die Festen der Demokratie versuchen zu erschüttern und Hetzjagd auf Migranten machen", sagte der NRW-Integrationsminister.

Im Übrigen widersprächen die Erkenntnisse dieser Studie den Daten der Vorläuferstudie "Muslimisches Leben in Deutschland", die das Bundesinnenministerium im Auftrag der Deutschen Islam-Konferenz zuvor publiziert hatte. Auf deren Grundlage wurde die NRW-Studie erstellt. "Daher wird das nordrhein-westfälische Integrationsministerium die aktuelle Bundesstudie und ihre Methodik genau prüfen", sagte Schneider heute.


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