Antidiskriminierungsstelle des Bundes ruft Themenjahr gegen Altersdiskriminierung aus

  • Pressemitteilung der Firma Antidiskriminierungsstelle des Bundes, 23.01.2012
Pressemitteilung vom: 23.01.2012 von der Firma Antidiskriminierungsstelle des Bundes aus Berlin

Kurzfassung: Gemeinsam mit zahlreichen Prominenten aus Film, Literatur, Musik und Politik beginnt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) eine Reihe von Veranstaltungen und Aktionen zum Auftakt des Themenjahres "Im besten Alter. Immer". Die Themen ...

[Antidiskriminierungsstelle des Bundes - 23.01.2012] Antidiskriminierungsstelle des Bundes ruft Themenjahr gegen Altersdiskriminierung aus


Gemeinsam mit zahlreichen Prominenten aus Film, Literatur, Musik und Politik beginnt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) eine Reihe von Veranstaltungen und Aktionen zum Auftakt des Themenjahres "Im besten Alter. Immer".

Die Themen Generationengerechtigkeit und Diskriminierungen aufgrund des Alters werden in unserer älter werdenden Gesellschaft immer wichtiger. Die Diskussionen um die Rente mit 67 sind dafür nur ein Beispiel. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) ergab, dass jede(r) fünfte Deutsche schon einmal Altersdiskriminierung erlebt hat – und dies, obwohl Diskriminierung aufgrund des Alters in Deutschland gesetzlich verboten ist.

"Es gibt viele Beispiele für konkrete Altersdiskriminierungen, gegen die wir vorgehen wollen", sagte die Leiterin der ADS, Christine Lüders, am Montag in Berlin. Genau hingesehen werden müsse etwa, wenn in Stellenanzeigen Mitarbeiter für ein "junges, dynamisches Team" gesucht würden, wenn der Antrag einer Seniorin auf Abschluss einer privaten Kranken-Zusatzversicherung abgelehnt werde oder wenn bei einer älteren Patientin eine Reha-Maßnahme verweigert werde mit der Begründung, ihre Arbeitsfähigkeit müsse nicht wieder hergestellt werden.

"Viele Menschen halten Ungleichbehandlung aufgrund des Alters für normal. Immer noch werden Menschen benachteiligt, weil sie zu jung oder zu alt sind. Altersdiskriminierung ist aber ein kapitaler Irrtum für die Gesellschaft und für die Wirtschaft", sagte Lüders.

Zahlreiche Prominente unterstützen die ADS in ihrem Themenjahr. Der Musiker Peter Maffay, die Schauspielerinnen Uschi Glas, Maren Kroymann, Liz Baffoe, der Schauspieler Axel Pape, der Publizist Sven Kuntze und der Gerontopsychiater Prof. Dr. Dr. Rolf-Dieter Hirsch werden sich als Botschafter aktiv an Veranstaltungen beteiligen. Gemeinsam mit diesen Unterstützerinnen und Unterstützer ruft die ADS-Leiterin Christine Lüders auf, mehr dafür zu tun, dass Menschen jeden Alters gleichberechtigt an unserer Gesellschaft teilhaben können.

Auch Altersgrenzen in Gesetzen, Verordnungen und Tarifverträgen müssten auf den Prüfstand, sagte Lüders. Die Vorstellung, man könne bestimmte Aufgaben nur bis zu einem bestimmten Alter übernehmen, sei von der Wissenschaft ohnehin seit Jahrzehnten widerlegt. "Eine Gesellschaft braucht Vertrauen in die Leistungsfähigkeit Älterer. Feste Altersgrenzen sind dagegen allzu oft willkürlich und richten mehr Schaden an, als sie nutzen", sagte Lüders. Dabei müsse man auch über eine Änderung des Grundgesetzes nachdenken.

"Der Gleichheits-Artikel 3 GG schützt vor Diskriminierung wegen des Geschlechtes, der Herkunft oder der Religion – warum nicht vor Altersdiskriminierung?", fragte Lüders und verwies auf die EU-Grundrechtecharta, in der eine vergleichbare Regelung zu finden ist.

Lüders rief eine überparteiliche Kommission unter Vorsitz des ehemaligen Bremer Bürgermeisters Dr. Henning Scherf ins Leben, die bis zum Jahresende einen Aktionsplan gegen Altersdiskriminierung vorlegen wird. Zu den weiteren Schwerpunkten des Themenjahres gegen Altersdiskriminierung zählen die Verleihung eines Good-Practice-Preises für Unternehmen im Herbst, eine Aktionswoche gegen Altersdiskriminierung in der Woche vor dem "EU-Tag der Solidarität und Zusammenarbeit zwischen den Generationen" am 29. April und ein hochrangig besetzter wissenschaftlicher Fachkongress im Mai.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist mit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im August 2006 gegründet worden. Ziel des Gesetzes ist es, Diskriminierung aus rassistischen Gründen oder wegen ethnischer Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

Initiativen und Aktionen

Januar: Auftaktveranstaltung, Pressekonferenz mit Botschafterinnen und Botschaftern. Dabei werden Ergebnisse einer repräsentativen Forsa-Umfrage zu Altersdiskriminierung präsentiert.

April: Deutschlandweite Aktionswoche, 23. bis 29. April (29.4.: EU-Tag der Solidarität zwischen den Generationen).

Mai/Juni: Fachkongress zu Altersdiskriminierung.

September: Veröffentlichung eines Good-Practice-Leitfadens für Unternehmen.

Oktober: Good-Practice-Award mit begleitender Kampagne inKooperation mit der Bundesagentur für Arbeit: Wettbewerb für kleine und mittelständische Unternehmen.

Dezember: Die Expertenkommission legt ihren Abschlussbericht vor.


Um Rückantwort an presse@ads.bund.de oder unter der
Telefonnummer 030- 18 555 1805 wird gebeten.

Über Antidiskriminierungsstelle des Bundes:
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist mit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im August 2006 gegründet worden. Ziel des Gesetzes ist es, Diskriminierung aus rassistischen Gründen oder wegen ethnischer Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

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