Beschränkung von Warentermingeschäften aus Sicht der UFOP nicht vertretbar

  • Pressemitteilung der Firma Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP), 27.05.2011
Pressemitteilung vom: 27.05.2011 von der Firma Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) aus Berlin

Kurzfassung: Berlin, 27. Mai 2011 – Warentermingeschäfte mit Agrarrohstoffen stehen seit einigen Monaten im Mittelpunkt einer intensiv geführten politischen Diskussion. Besonders die institutionellen Anleger werden als Gefahr angesehen, weil sie mit hohem ...

[Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) - 27.05.2011] Beschränkung von Warentermingeschäften aus Sicht der UFOP nicht vertretbar


Berlin, 27. Mai 2011 – Warentermingeschäfte mit Agrarrohstoffen stehen seit einigen Monaten im Mittelpunkt einer intensiv geführten politischen Diskussion. Besonders die institutionellen Anleger werden als Gefahr angesehen, weil sie mit hohem Kapitaleinsatz den Markt vor sich hertreiben und damit Nahrungsmittel verteuern und den Hunger der Welt fördern. Die EU-Kommission arbeitet daher aktuell an Regulierungsvorschlägen, mit denen eine größere Markttransparenz geschaffen sowie strengere Kontrollen umgesetzt werden sollen. So hält es EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos auch für sinnvoll, die Anlagemengen an Warenterminbörsen zu beschränken. Solchen Forderungen nach einem Eingriff in den Terminhandel liegt die Annahme zu Grunde, dass die Börsenpreise die Angebots- und Nachfrageverhältnisse des Marktes nicht mehr widerspiegeln. Nach Ansicht von Dr. Reimer Mohr von der Hanse Agro Unternehmensberatung, der im Auftrag der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) die Rolle der Warenterminbörsen analysiert hat, sind Forderungen nach einer Beschränkung von Warentermingeschäften nicht vertretbar.

Der Marktexperte warnt insbesondere eindringlich vor der Einführung von Preisober- bzw. Preisuntergrenzen. Die Politik der vergangenen Jahrzehnte habe gezeigt, dass Interventionssysteme Märkte nicht steuern könnten. Die Frage des Hungers in den ärmsten Ländern der Welt werde nicht durch die Reglementierung der Börsengeschäfte gelöst. Positiv sieht Mohr hingegen die weitere Optimierung der Transparenz der Börsen, die seiner Ansicht nach in Europa noch weiter verbessert werden könne. Im Gegensatz zur USA fehle in Europa die Veröffentlichung der offenen Positionen der Gruppen. So lasse sich aus diesen Statistiken erkennen, wie stark das Engagement des spekulativen Kapitals insgesamt sei und auf welcher Marktseite sie gerade stünden. So würde die Frage beantwortet, ob die Spekulanten derzeit verstärkt Käufer oder Verkäufer seien.

Die ausführliche Analyse, die auf der UFOP-Internetseite unter www.ufop.de zur Verfügung steht, unterstreicht deutlich den erheblichen Nutzen, den Warenterminbörsen für alle Marktbeteiligten besitzen. Die Warenterminbörsen haben es der Agrarwirtschaft ermöglicht, ihre Preisrisiken deutlich zu mindern. Die zunehmende Preistransparenz hat die Marktposition der Landwirte deutlich gestärkt. Das anonyme Aufeinandertreffen von Händlern, Verarbeitern, Landwirten und dem spekulativen Kapital an den Börsen hat in den vergangenen Jahren zu einer effizienten Preisbildung auf den Agrarmärkten geführt. Das spekulative Kapital ist dabei nicht für dauerhaft überhöhte Agrarpreisen verantwortlich. Der Grund hierfür ist die enge Verknüpfung der Warenterminkontrakte der großen Börsen mit dem realen Markt, durch die eine Belieferungsmöglichkeit der Warenterminkontrakte erreicht wird. Sind die Kurse eines Warenterminkontraktes im Vergleich zum regionalen Markt zu hoch, kann ein Verkäufer seine Ware an den Lieferorten der Börse andienen. Bereits bevor der Käufer die Ware erhält, muss er den Kaufpreis bei der Börse einzahlen. Das Angebot auf dem Papier kann damit jederzeit zum echten Angebot werden. Jeden Tag beantworten die Verkäufer und Käufer so die Frage, ob die Preisdifferenz zwischen beiden Märkten fair ist.

Unbestritten ist, dass Spekulanten kurzfristig in den Markt eingreifen können. Soweit es sich um institutionelle Anleger handelt, verfügen Spekulanten über hohe Geldmengen, die sie u. a. bei privaten Kapitalanlegern oder Pensionsfonds eingesammelt haben. Ihr Ziel ist es, durch umfassende Analysen Trends in den Rohstoff- und Aktienmärkten auszumachen. Bei neuen Trends werden erhebliche Geldbeträge in die aufstrebenden Märkte investiert. Wird der neue Preistrend aber durch die regionalen Märkte nicht bestätigt, so bricht die "Blase" schnell wieder in sich zusammen. Dies zeigt einmal mehr, dass an den Börsen langfristig keine Preise gegen den "realen" Markt gemacht werden können.


Redaktionskontakt: Dr. Norbert Heim
Tel. 030/31904-202
E-Mail: n.heim@ufop.de

Über Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP):
Der Deutsche Bauernverband e. V. (DBV) und der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP) haben im Jahr 1990 mit der Gründung der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V., kurz UFOP, eine bis zu diesem Zeitpunkt einmalige Verbandsstruktur ins Leben gerufen. Alle an der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung heimischer Öl- und Eiweißpflanzen beteiligten Unternehmen, Verbände und Institutionen sind unter dem Dach der UFOP versammelt.
Die UFOP konnte in dieser interprofessionellen Form gegründet werden, weil alle Beteiligten die Chance einer neuen Form der vertrauensvollen Zusammenarbeit erkannt haben. In den vergangenen Jahren hat die UFOP zahlreiche Ideen zur Optimierung der landwirtschaftlichen Produktion sowie zur Absatzförderung realisiert.
Wie kaum eine andere landwirtschaftliche Organisation hat es die UFOP geschafft, Züchtung, Anbau, Markt und auch Agrarpolitik zu einem gemeinsamen von der gesamten Agrarwirtschaft getragenen Konzept zusammenzuführen.
Die Ergebnisse der UFOP-Aktivitäten sind beachtlich. So ist es gelungen Biodiesel zum Vorzeigeprodukt unter den nachwachsenden Rohstoffen zu entwickeln. Das Wissen um die hohe gesundheitliche Qualität von Rapsspeiseöl konnte gleichzeitig umfassend etabliert werden. Futtermittel auf Basis heimischer Öl- und Eiweißpflanzen haben in der UFOP einen anerkannten Protagonisten gefunden, Die landwirtschaftliche Praxis profitiert von zahlreichen praxisrelevanten Informationen und Sortenprüfungsergebnissen.

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